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Beinlängendifferenz, Beckenschiefstand

Beinlängenunterschiede zeigen sich bei fast einem Drittel der Menschen. Sie sind jedoch erst ab einem Ausmaß von über 0.5 cm im Kindesalter und über 1 cm im Erwachsenenalter behandlungsbedürftig. Die Ursachen können idiopathisch (ungeklärt), posttraumatisch (z.B. Wachstumsfugenschädigung) oder in Verbindung mit einer Grunderkrankung (angeborenen Fehlbildungen) vorliegen. Auch können Beinlängendifferenzen im Rahmen von Gelenkserkrankungen (z.B. M. Perthes) oder funktionell bei Gelenksbeweglichkeitseinschränkungen vorkommen.

Die Leidensgeschichte von Romy Ziltener aus Weesen ist lange. Seit der Kindheit leidet die Pensionärin an einer Beinlängendifferenz von 2,5 Zentimetern. Zudem plagen sie Rückenprobleme.

 

 

Definition

Als Beinlängendifferenz wird in der Medizin der mögliche Längenunterschied der Beine, also der unteren Extremität von Hüfte bis Fuß bezeichnet. Kleinere Unterschiede sind nicht behandlungsbedürftig, da die meisten Menschen geringe asymptomatische Beinlängendifferenzen aufzeigen. Erst ab einer Differenz von 7-10 mm sollte eine Therapie erwogen werden. Beinlängendifferenzen bei Kindern müssen beobachtet und unter Umständen behandelt werden. Oft verschwinden diese aber im Laufe des weiteren Wachstums.

Grundsätzlich kann zwischen einer anatomischen und einer funktionellen Beinlängendifferenz unterschieden werden.

Ein Beckenschiefstand ergibt sich meistens aus einer Beinlängendifferenz. Auf der längeren Beinseite steht das Becken höher. Durch den Beckenschiefstand kommt es zu einer mehr oder weniger schwerwiegenden Skoliose, das heißt Seitwärtskrümmung der Wirbelsäule.

 

Ursachen

Anatomische Beinlängendifferenz

Echte Beinlängendifferenz infolge seitendifferenter Länge von Oberschenkel und/oder Unterschenkel. Mögliche Ursachen:

  • manchmal nach einer Hüft-TEP-OP (künstliches Hüftgelenk)
  • angeboren: z.B. Klumpfuß, angeborenen Hüftluxation, Coxa vara
  • infektionsbedingt: Osteomyelitis, septische Koxitis
  • lähmungsbedingt: Infantile Zerebralparese, Poliomyelitis
  • traumatisch: als Folge nach Knochenbrücken, Verletzungen der Epiphysenfuge
  • tumorbedingt
  • sonstige: z.B. Beinfehlstellung (X-Bein, O-Bein), Hüftkopfnekrose, Morbus Perthes

Funktionelle Beinlängendifferenz

Ohne anatomische Längendifferenz aufgrund von:

  • arthrotische Hüftgelenke
  • Kontrakturen in der Hüfte (vermehrte Beugung, Adduktion oder Abduktion)
  • Kontrakturen im Knie
  • Spitzfuß

 

Langzeitfolgen

Da die Beine die Basis unserer Statik darstellen, kann eine große Beinlängendifferenz Veränderungen in der Körperhaltung beziehungsweise in der Wirbelsäule hervorrufen, aber auch einen sekundären Spitzfuß nach sich ziehen. Durch den Beckenschiefstand kommt es zu einer mehr oder weniger schwerwiegende Skoliose, das heißt Seitwärtskrümmung der Wirbelsäule. Der menschliche Körper hat zwar Kompensationsmöglichkeiten, dennoch sind bei zu großen Beinlängendifferenzen meist schmerzhafte Veränderungen die Folge. Die Kompensation kann auf zwei Arten erfolgen:

  • Tip-Toeing: Durch Gehen auf den Zehenspitzen des kürzen Beines wird der Einfluss verringert. Viele Frauen praktizieren sogar mit Pumps diese Gangart.
  • Schuherhöhungen

 

Konventionelle Therapie

Je nach Längenunterschiede der Beine:

  • orthopädischer Schuhzurichtung (Absatzerhöhung mit Sohlenausgleich und Schuheinlagen)
  • orthopädischer Maßschuhe bzw. Maßschuhe mit Innenschuhen oder Fußbettungsorthesen
  • Etagenschuhen oder orthopädietechnischer Beinorthesen oder in Extremfällen und bei entsprechender ärztlicher Indikation auch operativ

 

kybun Wirkungsprinzip – Proaktiv handeln

Auf dem weich-elastischen Material der kyBoot Sohle/ des kyBounder werden die Schläge beim Gehen auf dem hartem Untergrund (z.B. Teer) angenehm gedämpft. Besonders bei Gelenk- oder Weichteilschmerzen ist dies entlastend und ermöglicht den Betroffenen ein schonendes Gehen.

Da sich der Fuß frei in alle Richtungen bewegen kann, wird die tiefe, stabilisierenden Fußmuskulatur aufgebaut. Die Füße werden kräftiger und können dadurch die Kräfte (z.B. beim Gehen/ Joggen..) besser abfangen und somit die darüber liegenden Gelenke vor Überlastung und Abnützung schützen.

Der ganze Körper wird durch das instabile Gehen im kyBoot/ Stehen auf dem kyBounder gestärkt. Die Stabilität der Gelenke und die Körperhaltung werden automatisch verbessert. Durch eine aufrechte Körperhaltung werden die Gelenke wiederum geschont und Schmerzen nehmen ab.

Durch die positive Wirkung des kyBoot auf die Körperhaltung und das natürliche Abrollen werden verspannte Muskeln gelöst (z.B. Rückenverspannungen) und dadurch das Wohlbefinden deutlich verbessert.

Der kyBoot kann durch die weich-elastische Sohle die Beinlängendifferenz bis zu einem gewissen Grad ausgleichen (bis ca. 1 cm). Bei größerer Beinlängendifferenz gib es verschiedene Varianten als Maßnahmen, um den kyBoot an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

 

Erstreaktionen

Spezifische Erstreaktionen bei einer Beinlängendifferenz:

Auf dem beweglichen kyBounder-Material/ kyBoot-Sohle verändert sich Ihre Körperhaltung. Bei einer mehr oder weniger großen Beinlängendifferenz oder nach jahrelangem Tragen von orthopädischen Spezialschuhen oder Schuheinlagen kann die Statik-Veränderung des Köpers im kyBoot /auf dem kyBounder anfangs Reaktionen wie z.B. Ziehen, Schmerzen, Müdigkeit hervorrufen. Lassen Sie Ihrem Körper Zeit sich an das neue Gehen im kyBoot zu gewöhnen und lesen Sie die Ratschläge unter "Anwendungstipps".

Für allgemeine Erstreaktionen bei kyBounder und kyBoot Neueinsteigern, klicken Sie hier: Erstreaktionen

 

kybun-Übungen

Für Informationen zu den kyBoot Spezialübungen und den kyBounder Grundübungen klicken Sie bitte hier: kybun Übungen

Folgende Anpassungen der Standarddurchführung des Intervall Walkings sind bei Beckenschiefstand wichtig:

Anatomischer Beckenschiefstand:

  1. Möglichst im Voraus (vor dem Intervall Walking) nach einer Lösung suchen: Bei Differenz bis zu 1cm, könnte die Differenz durch das weich-elastische Material ausgeglichen werden; wenn die Differenz größer ist, dann muß man dies mit kybun absprechen
  2. Blickrichtung immer geradeaus (bessere Haltung)
  3. Bei langsamer Übung sich vorstellen, das ein Faden am Kopf befestigt ist und dieser nach oben zieht
    - Oberkörperaufrichtung
  4. Bei schneller Übung: Hände vor dem Bauch verschließen
    - stärkere Rotationen in Hüfte, Rücken und Schulter

Funktioneller Beckenschiefstand:

  1. Bei schneller Übung: Hände vor dem Bauch verschließen
    - stärkere Rotationen in Hüfte, Rücken und Schulter, damit die Beckenhaltung möglichst bewusst verändert wird
  2. beide Übungen durchführen mit Fokus auf die Wechsel
    - langfristig: Muskulatur muß sich an neue Haltung anpassen Blickrichtung immer geradeaus (bessere Haltung)
  3. Bei langsamer Übung sich vorstellen, das ein Faden am Kopf befestigt ist und dieser nach oben zieht
    - Oberkörperaufrichtung

 

Anwendungstipps

  • Keine zu langen Schritte
  • Alltag/Freizeit: Möglichst viel im kyBoot laufen oder kyBounder benutzen. Ermüdung beachten > kybun Übungen regelmäßig machen und wenn nötig eine kurze Pausen einlegen.
  • Aufrechtes Gehen
  • Job: Möglichst wenig Sitzen. Anfangs sitzen und Stehen abwechseln und Ersatzschuhe zum Wechseln mitnehmen
  • Wenn Sie sich im kyBoot auch nach einer Testrunde unsicher/ zu wackelig fühlen, empfehlen wir Ihnen ein kyBoot-Modell der 2. Generation. Diese Modelle haben im Mittelfußbereich einen etwas breitere Sohle, was mehr Stabilität verleiht. Lassen Sie sich von den kyBoot-Fachleuten vor Ort beraten.
  • Wenn auch das 2. Genetations-kyBoot-Modell Ihnen zu instabil ist, raten wir zum kyBounder. Hier können Sie die Dicke wählen wo Sie sich wohl fühlen (je dicker, desto instabiler, desto Trainings-intensiver). Sie können einfach eine Beinlängendifferenz ausgleichen, indem Sie rechts bzw. links auf eine andere kyBounder Dicke stehen. Zusätzlich kann man sich an einem festen Gegenstand festhalten, was mehr Sicherheit verleiht.
  • Wenn Sie im kyBoot oder auf dem kyBounder Erstreaktionen wie zum Beispiel Rückenschmerzen bekommen oder sich Ihre bekannten Rückenschmerzen verstärken, kann dies mehrere Gründe haben (z.B. verspannte Muskulatur, ungewohnte Bewegungen für den Rücken). Der Körper sollte, bei angepasster Dosierung (Tragdauer nach Gutdünken steigern), fortlaufend weniger Erstraktionen zeigen und die Tragdauer kann gesteigert werden.
  • Falls Sie trotz den Anwendugnstipps sich im kyBoot nicht wohl fühlen, raten wir Ihnen einen örtlichen Händler Ihrer Wahl aufzusuchen um Ihre Situation mit ihm zu besprechen.

 

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